Warum die Entrauchung von der BMA gesteuert wird
Die mechanische oder natürliche Entrauchung ist fast immer an die Branddetektion angesteuert. Wenn ein Zonenmelder auslöst, muss die BMA-Zentrale die Rauchabzüge öffnen, die Luftnachströmung entriegeln und je nach Fall Abluftventilatoren starten.
Diese Integration wird durch die VKF-Richtlinie BSR 21-15 (Rauch- und Wärmeabzugsanlagen) und die Produktnorm SIA 384 geregelt.
Die typischen angesteuerten Organe
Ein Entrauchungssystem umfasst mehrere zu steuernde Einrichtungen:
| Organ | Erwartete Aktion |
|---|
| Dach-Rauchabzüge | Vollständige Öffnung |
| Entrauchungsklappen | Öffnung je nach Szenario |
| Luftnachströmung (Fassade oder Dach) | Entriegelung / Öffnung |
| Abluftventilatoren | Einschaltung mit hoher Drehzahl |
| Brandschutztüren | Schliessung (zur Abschottung) |
| Klimazentrale | Obligatorische Abschaltung |
Das typische Szenario in der Matrix
In einer gut konzipierten Ansteuerungsmatrix muss die Auslösung eines Melders in der geschützten Zone:
- Abschotten: die Brandschutztüren und -klappen der Zone schliessen
- Abführen: die Rauchabzüge öffnen und die Abluft starten
- Kompensieren: die Luftnachströmung entriegeln, um Unterdruck zu vermeiden
- Abschalten: die HLK abschalten, um den Auftrieb nicht zu stören
Reihenfolge und Zeitverzögerung sind entscheidend. Eine HLK, die weiter Luft in ein vom Brand betroffenes Volumen bläst, hebt die Wirkung der Entrauchung auf.
Die typischen Konflikte, die zu vermeiden sind
1. HLK vs. Entrauchung
Das ist der häufigste Konflikt: Die Klimazentrale bläst Frischluft in die brennende Zone und behindert so die Abführung. Die Matrix muss die HLK zwingend ab dem Alarm abschalten.
2. Durch die HLK im Überdruck blockierte Rauchabzüge
Manche HLK-Anlagen arbeiten im Überdruck. Wird sie nicht abgeschaltet, können sich die Rauchabzüge nicht frei öffnen.
3. Verriegelte Luftnachströmung
Ohne automatische Entriegelung der Luftnachströmung ziehen die Abluftventilatoren ins Leere. Das Volumen gerät in Unterdruck und der Auftrieb bricht zusammen.
4. Nicht abgeschottete Mehrzonen-Entrauchung
Sind mehrere Zonen an dieselbe Rauchabzugsgruppe angesteuert, zerstreut das Öffnen überall bei einem lokalen Alarm den Auftrieb. Die Matrix muss ausschliesslich die Rauchabzüge der betroffenen Zone ansteuern.
Bewährte Praxis für die Matrix
- Eine Spalte pro Rauchabzug oder Rauchabzugsgruppe (nicht ein einziges globales Organ "Entrauchung")
- Explizite Zeitverzögerungen: zuerst Öffnung der Rauchabzüge, dann Ventilatoren nach 30 Sekunden, um Überlastungen zu vermeiden
- Test der Luftnachströmung im Brandmodus: prüfen, dass die Entriegelung unter Notstrom funktioniert
- Obligatorische HLK-Abschaltung ab dem ersten Alarm, nicht nach Bestätigung
Integraltest und Entrauchung
Beim periodischen Integraltest nach BSE 108-15 muss die Entrauchung real ausgelöst werden: Öffnung der Rauchabzüge, Start der Ventilatoren, Messung des Auftriebs. Ein "Papiertest" genügt nicht.
Das Intervall dieses Tests hängt von der Risikokategorie ab (BSE § 7.4): Ein Gebäude mit einer Entrauchung mit Leistungsnachweis fällt in Kategorie 1 (alle 2 Jahre); ohne Leistungsnachweis in Kategorie 2 (alle 4 Jahre). Die Entrauchung läuft also standardmässig nie auf einem 6-Jahres-Zyklus.
Bereiten Sie vor:
- Die manuelle Entriegelung der Luftnachströmung bei Bedarf
- Die Koordination mit der Gebäudewartung (die HLK schaltet wirklich ab)
- Eine anemometrische Messung zur Validierung des Abluftvolumenstroms
Wie sdai.ch die Entrauchung handhabt
Im Matrix-Editor von sdai.ch sind die Entrauchungsorgane typisiert, und der Algorithmus zur Konflikterkennung:
- Lehnt eine Matrix ab, in der die HLK während einer Entrauchung aktiv bleibt
- Warnt vor Rauchabzügen, die gegenüber den Ventilatoren nicht zeitverzögert sind
- Meldet Luftnachströmungen, die nicht mit dem Abführungsszenario verknüpft sind
Das Wichtigste in Kürze
- Die Entrauchung ist fast immer an die Detektion angesteuert (BSR 21-15, Norm SIA 384).
- Typisches Szenario: abschotten, abführen (Rauchabzüge und Abluft), kompensieren (Luftnachströmung), HLK abschalten.
- Konflikt Nr. 1 ist die HLK, die weiter bläst: Sie muss ab dem ersten Alarm abgeschaltet werden.
- Eine Spalte pro Rauchabzug und explizite Zeitverzögerungen verhindern Matrixfehler.
Referenz: VKF BSR 21-15, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Ausgabe 2015.