AutoCAD: die historische Referenz
AutoCAD strukturiert die Produktion der DI-Pläne seit 30 Jahren. Alle technischen Planungsbüros der Schweiz nutzen es, mit firmeneigenen BMA-Block-Bibliotheken.
Aber AutoCAD hat Grenzen, wenn es speziell um BMA geht:
- Keine Verknüpfung zwischen Plan und Ansteuerungsmatrix
- Nicht genormte Symbole (jedes Büro hat eigene Blöcke)
- Manuelle Versionierung: duplizierte .dwg-Dateien mit Suffixen "_v2_final"
- Schwierige Zusammenarbeit: nur ein Benutzer in gleichzeitiger Bearbeitung
- Keine Verknüpfung mit den Daten (Melder, Zonen, Organe)
Warum ein spezialisierter Web-Editor?
Ein speziell für die BMA konzipierter Editor bietet:
- Integrierte genormte Symbole (SES-Sinnbilder)
- Strukturierte Daten: jeder gezeichnete Melder ist auch ein Objekt in der Datenbank
- Direkte Verknüpfungen mit der Ansteuerungsmatrix
- Automatische Versionierung bei jeder Änderung
- Mehrbenutzer-Zusammenarbeit in Echtzeit
- VKF-konformer PDF-Export mit einem Klick
- Zugänglichkeit von jedem Arbeitsplatz (keine lokale Lizenz)
Die berechtigten Befürchtungen
Vor der Migration denken die Büros:
- "Ich verliere meine eigenen Blöcke"
- "Meine Teams müssen alles neu lernen"
- "Meine alten Projekte bleiben auf AutoCAD"
- "Und wenn der Web-Editor verschwindet?"
Diese Befürchtungen sind verständlich. Sehen wir, wie man ihnen begegnet.
Strategie der schrittweisen Migration
Schritt 1, Parallel starten (3 Monate)
Nicht alles auf einmal migrieren. 1 oder 2 Pilotprojekte wählen, die im Web-Editor erstellt werden, und AutoCAD für die übrigen behalten.
Auswahlkriterien für die Pilotprojekte:
- Kleine Projekte (< 50 Melder)
- Standardgebäude (keine atypische Komplexität)
- Vom Wandel motivierte Teams
Schritt 2, Das Team schulen (1-2 Tage)
Die modernen Web-Editoren (sdai.ch inbegriffen) sind viel einfacher als AutoCAD. Ein erfahrener Zeichner kann in wenigen Stunden einsatzbereit sein.
In der Schulung zu behandeln:
- Import eines Planhintergrunds (PDF, PNG)
- Platzierung der Symbole
- Erstellung der Zonen
- Verknüpfung mit der Matrix
- PDF-Export
Schritt 3, Die AutoCAD-Hintergründe importieren
Statt neu zu zeichnen, den AutoCAD-Planhintergrund als PDF oder PNG importieren. Der Web-Editor nutzt diesen Hintergrund als Hintergrundbild und man zeichnet die BMA darüber.
Vorteil: kein Informationsverlust an der Gebäudearchitektur.
Schritt 4, Die BMA im neuen Werkzeug neu erstellen
Im Pilot zeichnet man die Melder, Zonen und Organe im neuen Editor neu. Das geht schnell, weil:
- Der Hintergrund bereits vorhanden ist
- Die Symbole genormt sind (keine Blockverwaltung nötig)
- Der Editor die Zonen und Nummerierungen automatisch platziert
Schritt 5, Die Ergebnisse vergleichen
Nach dem Pilot vergleichen:
- Produktionszeit
- Qualität der Darstellung
- Konformität (SES-Symbole)
- Zufriedenheit des Teams
Schritt 6, Schrittweise migrieren
Sobald der Pilot validiert ist, die neuen Projekte in den neuen Editor migrieren. Die alten Projekte bleiben auf AutoCAD bis zu ihrer nächsten grösseren Aktualisierung.
Die zu erwartenden Gewinne
Laut den Rückmeldungen der sdai.ch-Early-Adopter:
- Produktionszeit: -30 bis -50 % für ein gleichwertiges Projekt
- Symbolfehler: eliminiert (genormte Symbole)
- Versionierung: automatisch, keine "_v3"-Dateien mehr
- Konformität: steigende Akzeptanzquote durch die Kontrollbüros
- Projektwiederaufnahme: 5 Min. vs. 1 Stunde (vs. eine alte .dwg öffnen)
Die zu vermeidenden Fallstricke
1. Alles auf einmal migrieren wollen
Big-Bang-Migration = Katastrophe. Projekt für Projekt vorgehen, über 6-12 Monate.
2. Das Veränderungsmanagement unterschätzen
Die AutoCAD-Zeichner sind Experten; man muss sie einbeziehen in die Wahl, nicht ihnen aufzwingen. Demos mit ihnen machen, ihre Widerstände anhören.
3. Einen nicht spezialisierten Editor wählen
Manche "generalistischen" Web-Editoren (Lucidchart, draw.io, Miro) sind für die BMA nicht geeignet: keine genormten Symbole, keine Matrizen, keine Konformität.
4. Den Export vernachlässigen
Bereits im Pilot prüfen, dass der PDF-Export von den Kontrollbüros und den kantonalen Behörden akzeptiert wird. Das ist der ultimative Test.
Und wenn man mit Partnern auf AutoCAD arbeitet?
Kein Problem: Jeder seriöse Web-Editor exportiert als PDF (und idealerweise als DWG für die Partner-Planungsbüros). Die externe Zusammenarbeit bleibt möglich, ohne den Dritten das neue Werkzeug aufzuzwingen.
Und die Langlebigkeit?
Berechtigte Frage. Zu prüfende Kriterien:
- Hat der Editor eine stabile Geschäftstätigkeit?
- Sind die Daten exportierbar (PDF, Bild, JSON)?
- Wird das Projekt aktiv weiterentwickelt?
Mit sdai.ch sind die Daten immer exportierbar und in der Schweiz gehostet.
Das Wichtigste in Kürze
- AutoCAD verknüpft weder den Plan mit der Matrix noch mit den Daten, und seine Symbole sind nicht genormt.
- Schrittweise migrieren: Pilotprojekte, kurze Schulung, Import der AutoCAD-Hintergründe als PDF oder PNG.
- Festgestellte Gewinne: -30 bis -50 % Zeit, genormte Symbole, automatische Versionierung.
- Fallstricke: alles auf einmal migrieren, das Veränderungsmanagement vernachlässigen, ein nicht spezialisiertes Werkzeug wählen.
Von einem seit 30 Jahren installierten Werkzeug zu migrieren, braucht Zeit. Aber die Büros, die den Schritt gewagt haben, bestätigen einhellig den Gewinn an Produktivität und Qualität.