In einem Rechenzentrum misst sich der Brand nicht in Flammen, sondern in Rauch: Ein überhitztes Kabel gibt Aerosole ab, lange bevor es brennt, und dieser Rauch genügt, um die Elektronik zu korrodieren und zu zerstören. Kommt hinzu, dass meist mit Gas gelöscht wird, ergibt sich eine Umgebung, in der die Detektion zugleich äusserst früh und perfekt mit den Brandfallsteuerungen abgestimmt sein muss.
Eine Detektion mit sehr hoher Empfindlichkeit
Die SES-Richtlinie, die die Klassen der Norm EN 54-20 übernimmt, nennt ausdrücklich Informatikräume und Reinräume unter den Anwendungen der Ansaugrauchdetektion der Klasse A, mit sehr hoher Empfindlichkeit, qualifiziert bis zwanzig Meter. Das ist die Referenztechnologie, um einen beginnenden Rauchaustritt weit früher zu erkennen als ein punktförmiger Melder. Die Luftprobenentnahme erfolgt oft auf mehreren Ebenen: an der Decke, aber auch im Doppelboden und in den Schränken, wo die Kühlluft zirkuliert und der Rauch zuerst mitgeführt wird.
Die Falle der Kühlung
Der heikelste Punkt eines Serverraums ist die dauernde Luftumwälzung der Klimatisierung. Sie verdünnt den Rauch und kann die Detektion verzögern, wenn sie nicht berücksichtigt wird, was ein Grund mehr ist, die Luftströme selbst zu überwachen. Vor allem wird die Lüftung zu einer kritischen Brandfallsteuerung: Vor jeder Flutung mit einem gasförmigen Löschmittel müssen die Klimatisierung abgeschaltet und die Klappen geschlossen werden, sonst würde das Löschgas weggespült und verlöre seine Wirksamkeit.
Brandfallsteuerungen, die nicht verzeihen
Hier vereint der Serverraum die ganze Schwierigkeit der Steuermatrix. Die typische Kette reiht das Abschalten der Lüftung, das Schliessen der Klappen, die allfällige Abschaltung der Stromversorgung der Geräte, eine Räumungsverzögerung, um die Personen hinauszulassen, und dann die Gasflutung aneinander. Um eine Fehlflutung mit kostspieligen Folgen zu vermeiden, verlangt man in der Regel eine Doppeldetektion, das heisst die Bestätigung durch die Abhängigkeit zweier Gruppen, bevor die Löschung ausgelöst wird.
Jede Einrichtung hat ihre Sicherheitsstellung und ihre Aktivierungskategorie, und die Reihenfolge der Befehle ist nicht verhandelbar. Eine Klappe, die zu spät schliesst, eine schlecht eingestellte Verzögerung, eine Lüftung, die im falschen Moment wieder anläuft, und entweder scheitert die Löschung, oder es kommt zu einer Flutung auf noch anwesende Personen. Diese Sequenz in einer Matrix zu modellieren und automatisch zu prüfen, dass kein Befehl einem anderen widerspricht, ist in diesem Raumtyp kein Luxus: Es ist die Bedingung einer sicheren Anlage.
Ebenso eine Frage der Verfügbarkeit wie der Sicherheit
Das Rechenzentrum hat die Besonderheit, dass der Einsatz über die Sicherheit der oft wenigen Personen hinausgeht und die Betriebskontinuität betrifft. Ein Fehlmanöver oder eine zu späte Detektion zahlt sich in Daten und Betriebsunterbruch. Die sehr frühe Detektion und eine strenge Steuermatrix sind daher ebenso eine Investition in die Sicherheit wie in die Verfügbarkeit.