Eine Industriehalle oder ein Lager häuft Zwänge an, die wenige andere Gebäude vereinen: eine grosse lichte Höhe, über mehrere Meter gestapelte Ware, Staub, bewegte Fahrzeuge und mitunter gefährliche Stoffe. Die Branddetektion muss dort einen entstehenden Brand sehr weit, sehr hoch, in selten sauberer Luft erkennen.
Wann die Detektion nötig wird
Für Industrie-, Gewerbe- oder Verwaltungsbauten setzt die BSR 20-15 keine automatische Schwelle, gibt der Brandschutzbehörde aber drei Gründe, eine Detektionsanlage zu verlangen. Erstens die Überschreitung der maximalen Brandabschnittsfläche nach der Richtlinie über die Sicherheitsabstände, wenn die Detektion angesichts der Nutzung eine zweckmässige Massnahme ist. Zweitens das Risiko langsam sich ausbreitender Brände, der Schwelbrände, typisch für bestimmte Lagerungen. Drittens der Fall, in dem Wasser nicht als Löschmittel dienen kann, was bestimmte klassische Schutzmassnahmen ausschliesst und das Gewicht auf die Frühdetektion verlagert.
Die grosse Höhe verändert die Technologie
Die BSR 10-15 betrachtet Ausstellungshallen, Hangars und Produktionshallen über sechs Meter als Räume grosser Höhe. Je höher die Decke, desto stärker verdünnt sich der Rauch, bevor er einen klassischen punktförmigen Melder erreicht, und desto später erfolgt die Detektion. Hier erhält die Ansaugrauchdetektion ihren vollen Sinn.
Die SES-Richtlinie, die die Klassen der Norm EN 54-20 übernimmt, qualifiziert diese Melder nach der Raumhöhe: Klasse A, mit sehr hoher Empfindlichkeit, eignet sich bis zwanzig Meter und zielt namentlich auf Räume grosser Höhe, Klasse B bis sechzehn Meter für Räume mit Wertkonzentrationen, Klasse C bis zwölf Meter für eine allgemeine Detektion. Ein und derselbe Ansaugrauchmelder kann bis zu tausendsechshundert Quadratmeter eines Brandabschnitts überwachen, mit einer eigenen Meldergruppe. Ergänzend deckt der linienförmige Wärmemelder die schwierigen Umgebungen, die Korrosion oder die hohen Temperaturen ab, die die SES-Richtlinie diesen Anwendungen zuordnet.
Staub, gefährliche Stoffe und Täuschungsalarme
Der von Staplern und Arbeiten aufgewirbelte Staub ist, wie die SES-Richtlinie in Ziffer 13.2 erinnert, eine Quelle von Täuschungsalarmen. Die Wahl des Melders und seiner Empfindlichkeit muss also mit belasteter Luft umgehen, ohne an Reaktionsfähigkeit zu verlieren. Nimmt das Lager gefährliche Stoffe auf, kommt ein weiteres Regime hinzu, jenes der BSR 26-15, das ab bestimmten Mengen ihr eigenes Lager- und Detektionskonzept vorschreibt.
Abstimmung mit der Löschung
Viele Industriestandorte kombinieren Detektion und Sprinkler. Die beiden Systeme ergänzen sich mehr, als dass sie sich verdoppeln: Die Detektion alarmiert früh und steuert die Brandfallsteuerungen an, während der Sprinkler auf den Brandherd wirkt. Ihre Abstimmung, Alarmweiterleitung und gekreuzte Prüfungen, ist fester Bestandteil der Planung und gewinnt daran, in der Steuermatrix formalisiert zu werden, wo man prüft, dass Entrauchung, Brandabschnittsbildung und Löschung in der richtigen Reihenfolge spielen.