Die Tiefgarage vereint alles, was ein Rauchmelder verabscheut: dauernde Abgase, Temperaturschwankungen beim Vorbeifahren der Fahrzeuge, Staub und grosse unterirdische Volumen, die schwer zu lüften sind. Dort eine wirksame Detektion zu installieren ist vor allem ein Problem der Technologiewahl und der Beherrschung der Täuschungsalarme.
Warum der Standard-Rauchmelder hier in der Falle sitzt
Die SES-Richtlinie ist in Ziffer 13.2 deutlich: Die Abgase von Verbrennungsmotoren sind eine klassische Quelle von Täuschungsalarmen für Rauchmelder. Ein schlecht gewählter punktförmiger optischer Melder, auf einer Rampe, wo die Fahrzeuge beschleunigen, wird früher oder später auf eine Abgaswolke auslösen. Wie die Richtlinie in Ziffer 6 erinnert, muss die Melderwahl die wahrscheinliche Brandart, die Raumhöhe und die Umgebungsbedingungen berücksichtigen, und die Tiefgarage häuft ungünstige Bedingungen an.
Die möglichen Antworten betreffen das Detektionsprinzip: Einsatz von Wärmemeldern oder linienförmigen Wärmemeldern, die weniger empfindlich auf Abgasaerosole reagieren, Einsatz von Mehrfachsensormeldern, um mehrere Parameter zu kreuzen, bevor ein Alarm bestätigt wird, oder Verzögerungen und Abhängigkeit zweier Gruppen, um die Echtheit der Meldung zu prüfen. Der linienförmige Wärmemelder, den die SES-Richtlinie für schwierige Umgebungen und Verladerampen nennt, findet hier ein natürliches Anwendungsfeld.
Ausserdem ist eine häufige Verwechslung zu vermeiden: Die Luftqualitätsüberwachung durch Kohlenmonoxidsonden, die die sanitäre Lüftung der Tiefgarage steuert, ist ein von der Branddetektion getrenntes System. Beide bestehen nebeneinander, ersetzen sich aber nicht.
Die Detektion im Dienst der Entrauchung
In einem unterirdischen Volumen ist der Rauch der erste Killer und das erste Hindernis für den Einsatz der Feuerwehr. Deshalb ist die kritischste Brandfallsteuerung einer Tiefgarage die Entrauchung. Die Brandmelderzentrale steuert, sobald sie ein Feuer bestätigt, das Einschalten der Absaugung und das Öffnen der Luftnachströmung an, nach einem Szenario, das Zone für Zone kohärent bleiben muss.
Genau bei dieser Art von Befehl zeigt die Steuermatrix ihren Wert: Ein und derselbe Ventilator darf nicht gleichzeitig aus zwei verschiedenen Zonen einen Ein- und einen Ausschaltbefehl erhalten, und das Öffnen der Rauchabzüge muss sich mit der Brandabschnittsbildung abstimmen. Die für jede Einrichtung gewählte Aktivierungskategorie, mit oder ohne Sicherheitsstellung, bestimmt das Verhalten bei einem Ausfall.
Grosse Brandabschnitte, feine Lokalisierung
Tiefgaragen bilden oft grosse Brandabschnitte, was die Lokalisierung des Brandherds umso wichtiger macht, um die Rettungskräfte zu lenken. Eine sorgfältige Gliederung in Zonen und Meldergruppen, abgestimmt mit den Aktivierungszonen der Brandfallsteuerungen, wie es die SES-Richtlinie verlangt, erlaubt es, am richtigen Ort zu entrauchen und Brandabschnitte zu bilden, ohne das gesamte Bauwerk lahmzulegen.