Warum die Verschiebung auf 2027?
Die Revision der VKF-Brandschutzvorschriften (BSV), ursprünglich für 2026 angekündigt, wurde offiziell auf Herbst 2027 verschoben. Mehrere Gründe für diese Verzögerung:
- Laufende Koordination mit den europäischen Normen (EN 54)
- Einarbeitung der Erfahrungsrückmeldungen zu den Vorschriften 2015
- Vertiefte Arbeit an den neuen Technologien (Videodetektion, IoT, KI)
- Abstimmung mit den kantonalen Akteuren
In der Zwischenzeit bleiben die Vorschriften 2015 vollumfänglich in Kraft.
Die erwarteten Änderungsachsen
1. Anerkennung moderner Detektionstechnologien
Die Vorschriften 2015 stammen aus einer Zeit, in der die optische und thermische Detektion dominierte. Die Vorschriften 2027 dürften den Weg öffnen für:
- Die Videodetektion: Kameras mit Echtzeit-Bildanalyse
- Intelligente Mehrkriterienmelder: optisch + CO + thermisch kombiniert
- Ansaugende Rauchmelder (bereits anerkannt) mit präzisierten Anforderungen
- IoT und vorausschauende Wartung: vernetzte Sensoren, die Verschmutzung melden
2. Harmonisierung mit den europäischen Normen
Ziel ist es, die Abweichungen zwischen der Schweiz und der EU zu reduzieren:
- Ausrichtung an den neueren EN-54-Klassen
- Gegenseitige Anerkennung bestimmter Zertifikate
- Harmonisierung der Produktprüfungen
Folge: weniger "rein schweizerische" Anforderungen für die Hersteller, was die Auswahl zugelassener Produkte erweitern dürfte.
3. Vereinfachung der Abnahmeverfahren
Die Vorschriften 2015 verlangen schwerfällige Abnahmeverfahren, die für kleine oder mittlere Anlagen wenig geeignet sind. Die Vorschriften 2027 dürften:
- Den Kontrollumfang nach Grösse differenzieren
- Eine vereinfachte Abnahme für Anlagen < definierter Schwelle erlauben
- Im Gegenzug die digitale Nachvollziehbarkeit stärken
4. Stärkung der Cybersicherheit
Moderne BMA sind vernetzt: Alarmweiterleitung über IP, Fernüberwachung, GA-Integration. Die Vorschriften 2027 dürften Folgendes verlangen:
- Eine starke Authentifizierung für die Fernwartung
- Eine Protokollierung der Zugriffe
- Anforderungen an die Sicherheit der Firmware
- Eine Meldung von Schwachstellen
5. Obligatorische digitale Dokumentation
DI-Pläne auf Papier und Excel-Matrizen könnten zugunsten des strukturierten digitalen Dossiers an Boden verlieren:
- DI-Pläne im digitalen, georeferenzierten Format
- Ansteuerungsmatrizen in nachvollziehbarer Datenbank
- Zeitgestempelte Änderungshistorie
- Direkte Verknüpfung zwischen Anlage und ihrer Dokumentation
Wie man vorausplant, ohne in Panik zu geraten
Die Verschiebung auf 2027 lässt Zeit zur Vorbereitung. Einige Massnahmen, die man schon jetzt ergreifen kann:
Für Planungsbüros
- Die in Vernehmlassung veröffentlichten VKF-Stellungnahmen verfolgen
- Wenn möglich an den Arbeitsgruppen teilnehmen
- Die Teams in den neuen Technologien schulen (Video, Mehrkriterienmelder)
- Bestehende Dossiers schrittweise digitalisieren
Für Installateure
- Den aktuellen Bestand prüfen: Welche Geräte sind 2027-kompatibel?
- Evolutive Zentralen bevorzugen (Firmware-Updates)
- Jeden Eingriff strukturiert dokumentieren
- Die Cybersicherheit der Fernzugriffe stärken
Für Eigentümer
- Vom Dienstleister einen Aufrüstungsplan verlangen, um die Änderungen vorwegzunehmen
- Prüfen, ob die bestehende Dokumentation leicht migrierbar ist
- Bei der Wahl neuer Anlagen langfristig denken (Lebensdauer 15-20 Jahre)
Das Risiko des Abwartens
Bis 2027 zu warten, um zu reagieren, ist riskant:
- Anlagen, die 2026 installiert werden, müssen bis 2040 halten
- Die Kosten einer nachträglichen Anpassung sind hoch
- Frühzeitig geschulte Teams verschaffen sich einen Wettbewerbsvorteil
Position von sdai.ch
Der Anbieter sdai.ch verfolgt die normativen Entwicklungen. Die Datenmodelle (Pläne, Matrizen, Kontrollen) sind so ausgelegt, dass sie sich mit den Normen weiterentwickeln; wenn die Vorschriften 2027 erscheinen, erfolgt die Anpassung per Software-Update, ohne schmerzhafte Migration.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Revision der VKF-Brandschutzvorschriften ist auf Herbst 2027 verschoben; die Vorschriften 2015 bleiben in Kraft.
- Erwartete Entwicklungen: moderne Technologien, EN-Harmonisierung, vereinfachte Abnahme, Cybersicherheit, digitales Dossier.
- Schon jetzt vorausplanen: VKF-Monitoring, Schulung der Teams, Bestandsaudit, Digitalisierung der Dossiers.
- Eine 2026 installierte Anlage muss bis 2040 halten: Abwarten kommt teuer zu stehen.
Quelle: VKF, offizielle Mitteilungen 2025-2026. Die oben genannten Elemente sind Vorausschauen auf Basis der laufenden Arbeiten und können sich ändern.