DI-Pläne: Normen und bewährte Praxis in der Schweiz
Ausführungsplan, Orientierungsplan für die Feuerwehr, Zonenplan, Schemata: welche Dokumente es gibt, was die BSR 20-15 wirklich verlangt und welche Symbole zu verwenden sind.

Was ist ein Brandmeldeplan?
Ein Brandmeldeplan (DI-Plan) ist ein grafisches Dokument, das die Elemente einer Brandmeldeanlage in einem Gebäude darstellt. Er ist Bestandteil des Brandschutzdossiers.
Zuerst ein Punkt, der alles Weitere bestimmt: Es gibt kein einziges Dokument, das Anordnung, Brandfallsteuerungen, Zonen und Verkabelung zusammenfasst. Die Vorschriften beschreiben im Gegenteil mehrere Dokumente, jedes mit eigener Funktion, eigenem Adressaten und eigenem Ablageort. Alles auf ein einziges Blatt zu zwingen, ergibt einen Plan, den niemand nutzen kann: zu überladen für den Einsatz, zu ungenau für die Ausführung.
Die verschiedenen Pläne und ihre Funktion
| Dokument | Funktion | Adressat | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Ausführungsplan DI | Anlage anordnen und realisieren: Melder, Handfeuermelder, angesteuerte Einrichtungen, Kabelverläufe | Planungsbüro, Errichter, Instandhalter | Fachpraxis und Projektanforderungen |
| Orientierungsplan für den Feuerwehreinsatz | Ursprung des Alarms im Einsatz rasch lokalisieren | Feuerwehr | BSR 20-15 Ziff. 3.8.2 Abs. 1 |
| Zonenplan | Die Aktivierungszonen der Brandfallsteuerungen darstellen | Gesamtverantwortlicher, Kontrollstelle | BSE 108-15 Ziff. 7.5 Abs. 2 Bst. b |
| Plan der Brandfallsteuerungen | Elemente der angesteuerten Brandschutzeinrichtungen verorten | Beteiligte Gewerke | BSE 108-15 Ziff. 7.5 Abs. 2 Bst. e |
| Alarmschema und Anschlussschema | Verbindungen und Ansteuerung der Alarm- und Bedienorgane beschreiben | Technisches Dossier bei der Brandmeldezentrale | BSR 20-15, Anhang zu Ziff. 3.8.2 |
Was die Richtlinie vorschreibt
Die BSR 20-15 ist an einem Punkt ausdrücklich, und es ist der einzige Plan, den sie namentlich verlangt: «Für jede Brandmeldeanlage sind gut lesbare Orientierungspläne für den Feuerwehreinsatz (mit Meldergruppen) zu führen. Diese sind beim Feuerwehrzugang gut sichtbar und zugänglich zu deponieren» (Ziff. 3.8.2 Abs. 1).
Daraus lesen sich drei Anforderungen: gute Lesbarkeit, Angabe der Meldergruppen, Deponierung beim Feuerwehrzugang. Der Anhang der Richtlinie präzisiert die bei der Brandmelderzentrale zu deponierende Dokumentation: klare Orientierungspläne für den Feuerwehreinsatz, technisches Dossier mit Geräteliste, Blockschema, Anschlussschema, Bedienungsanleitung, Kontrollbuch, Alarmschema und Dokumentation der Ansteuerung von Brandschutzeinrichtungen.
Auf der Seite der Brandfallsteuerungen ergänzt die BSE 108-15 eigene Dokumente: Schlusskonzept, Zonenpläne, Matrix für Brandfallsteuerungen, Anlageprinzip, Pläne der angesteuerten Elemente (Ziff. 7.5 Abs. 2).
Die Elemente eines Ausführungsplans DI
- Melder: Rauch-, Wärme-, Mehrkriterien-, lineare und Ansaugrauchmelder
- Handfeuermelder: Alarmtaster
- Angesteuerte Einrichtungen: Brandschutzklappen, Türen, Alarmierungseinrichtungen, Rauch- und Wärmeabzug
- Brandmeldezentrale: Standort und Typ
- Verkabelung: Verlauf der Meldelinien
- Detektionszonen: Abgrenzung und Bezeichnung
Die genormten Symbole
Die SES-Sinnbilder legen die grafischen Symbole fest, die auf DI-Plänen in der Schweiz zu verwenden sind. Symbole, die davon abweichen, stiften Verwirrung und können bei Kontrollen Probleme verursachen.
Wie die SES-Sinnbilder aussehen
Entgegen einer verbreiteten Annahme unterscheidet die SES-Sinnbildtafel die Elemente nicht durch verschiedene geometrische Formen (Kreis, Dreieck, Raute...): Die Sinnbilder sind Quadrate, und das innenliegende Piktogramm gibt die Funktion an. Die Sinnbildtafel ist ein Verbandsdokument und nicht frei herunterladbar: Prüfen Sie die genaue Darstellung in der Ausgabe, die Ihnen vorliegt. Die wichtigsten Anhaltspunkte:
- Rauchvolute: Rauchmelder
- Thermometer: Wärmemelder
- Y: Handfeuermelder
- Varianten dieser Piktogramme decken die übrigen Elemente ab (Sondermelder, Bedienorgane, Signalisation)
Häufige Fehler
1. Symbole, die vom Sinnbild abweichen
Nicht mit dem Werkzeug verwechseln: Ein individueller AutoCAD-Block ist nicht per se nicht genormt. Bildet er das SES-Sinnbild korrekt ab, ist er gültig, und viele Büros arbeiten seit Jahren problemlos so. Das Problem entsteht durch die Drift der Bibliotheken: Symbole, die nie mit der SES-Sinnbildtafel abgeglichen wurden, dazu für ein Projekt erfundene Varianten, die nie entfernt wurden. Das macht den Plan für Dritte schwer lesbar.
2. Nicht aktualisierte Pläne
Nach Umbauten oder Änderungen entsprechen die Pläne nicht mehr dem tatsächlichen Zustand der Anlage. Das ist der bei Kontrollen am häufigsten festgestellte Mangel.
3. Fehlende Information (oder Information am falschen Ort)
Zwei symmetrische Mängel: der Ausführungsplan, dem Detektionszonen, Melderbezeichnungen oder Meldertypen fehlen; und der Orientierungsplan, der mit Ausführungsdetails überladen ist, obwohl die Feuerwehr dort die Meldergruppe ablesen soll.
Die SES-Sinnbilder
Die SES-Sinnbildtafel legt eines fest: die genormten Symbole, die auf DI-Plänen zu verwenden sind (Melder, Handfeuermelder, Bedienorgane).
Der Rest ist bewährte Praxis im Fach, die von allen Beteiligten (Installateur, Behörde, Feuerwehr) erwartet wird, auch wenn die Sinnbildtafel sie nicht formell vorschreibt:
- Die klare Darstellung der Detektionszonen
- Eine vollständige Legende und ein vollständiges Schriftfeld (Verfasser, Index, Datum)
- Die Übereinstimmung mit den übrigen Gebäudeplänen
Nicht zu verwechseln mit der SIA 2046, die sich auf Abnahmeprüfungen und Integraltests bezieht, nicht auf die Plansymbole.
Moderne Werkzeuge
Allgemeine Zeichenwerkzeuge (AutoCAD und seine Blockbibliotheken) bleiben für das technische Zeichnen und den DWG-Austausch mit den übrigen Gewerken ausgezeichnet. Ihre Grenzen liegen anderswo:
- keine Verknüpfung zwischen Plan und Brandfallsteuermatrix;
- die Konsistenz der Symbole liegt allein beim Büro, ohne Sicherung;
- keine automatische Versionierung.
Fach-Editoren wie sdai.ch integrieren die Referenzsymbole, verknüpfen den Plan mit der Matrix und führen die Versionshistorie. Zur Wahl zwischen beiden: von AutoCAD zu einem Web-Editor migrieren.
Vor der Abgabe eines Dossiers
Die Konformitäts-Checkliste für DI-Pläne geht Punkt für Punkt durch, was verlangt ist und was bewährte Praxis bleibt, Plan für Plan.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt nicht den einen DI-Plan: Ausführungsplan, Orientierungsplan für die Feuerwehr, Zonenplan und Schemata haben unterschiedliche Funktionen.
- Die BSR 20-15 verlangt gut lesbare Orientierungspläne mit Angabe der Meldergruppen, deponiert beim Feuerwehrzugang (Ziff. 3.8.2 Abs. 1).
- Die BSE 108-15 ergänzt Zonenplan und Pläne der angesteuerten Elemente in der Dokumentation der Brandfallsteuerungen (Ziff. 7.5 Abs. 2).
- Die Symbole richten sich nach den SES-Sinnbildern, nicht nach der SIA 2046; ein individueller Block, der das Sinnbild korrekt abbildet, ist gültig.
- Häufigster Fehler: Pläne, die die tatsächliche Anlage nicht mehr abbilden.
Das genehmigte Konzept und die Behörde haben Vorrang. Der genaue Inhalt des Plandossiers hängt vom Projekt, vom genehmigten Brandschutzkonzept und von den Anforderungen der kantonalen Brandschutzbehörde ab.
Geprüft am 11. August 2026. Quellen: VKF-Brandschutzrichtlinie 20-15 «Brandmeldeanlagen», Ziff. 3.8.2 und Anhang zu Ziff. 3.8.2; Brandschutzerläuterung BSE 108-15, Ziff. 7.5; SES-Sinnbilder: SES-Dokumentation Brandmeldeanlagen; VKF-Brandschutzvorschriften 2015.