Definition
Eine Brandfallsteuerung ist die Ansteuerung einer Gebäudeeinrichtung bei einer Branddetektion: Schliessen von Brandschutztüren, Abschalten oder Umschalten der Lüftung, Auslösen der Entrauchung, Rückholung der Aufzüge, Entriegelung von Fluchtwegen.
Die Steuerung verbindet die Detektion (Melder, Handtaster) über die Brandmelderzentrale und Übertragungswege mit den angesteuerten Einrichtungen. Die Brandschutzerläuterung 108-15 (NEPI 108-15) regelt in der Schweiz die Gewährleistung ihrer Funktionsbereitschaft.
Kernpunkte
- Brandfallsteuerungen müssen automatisch und manuell aktivierbar sein, unabhängig voneinander.
- Die Erläuterung 108-15 unterscheidet drei Aktivierungskategorien: kollektiv mit Fail-Safe-Verhalten, kollektiv ohne Fail-Safe-Verhalten und selektiv. Diese Kategorien dürfen innerhalb der Systemgrenzen nicht gemischt werden.
- Das manuelle Bedientableau ist für eine instruierte Person bestimmt (zum Beispiel den Brandpikett), nicht für die Einsatzkräfte.
- Im Betrieb müssen Eigentümer und Betreiber die Funktionsbereitschaft gewährleisten und periodische integrale Tests durchführen lassen (alle 2, 4 oder 6 Jahre je nach Risikogruppe).
Normative Referenzen
- BSE 108-15, Ziff. 3 und 5.1 (Grundsätze und Aktivierungskategorien)
- BSE 108-15, Ziff. 7.1 und 7.4 (Verantwortlichkeiten und periodische Tests)
- SIA 2046:2015 (Methodik der integralen Tests)
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